Klassenrat

An unserer Schule ist der „Klassenrat“  in den Jahrgangsstufen 5 – 10 eine feste Einrichtung. Er findet in der Regel einmal wöchentlich im Rahmen einer Freiarbeitsstunde statt.

Im „Klassenrat“ besprechen die Schülerinnen und Schüler einer Klasse die für sie wichtigen Themen. Es kann dabei um klasseninterne Probleme  gehen, um Konflikte der Schüler untereinander, um Schwierigkeiten mit Lehrern, aber auch um Fragen, Anregungen und Vorschläge.

Im „Klassenrat“ lernen Schülerinnen und Schüler, Ihre Anliegen klar und sachlich zu benennen, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten, ihr Interesse zu formulieren und für ihre Meinung einzutreten. Sie lernen aber auch, ihren Mitschülern zuzuhören, deren Meinung zu respektieren und sich ggf. zurückzunehmen für ein gemeinsames Ziel.

Im „Klassenrat“ werden soziales Verhalten, Verantwortungsbewusstsein, Problemlösefähigkeiten  und Gemeinschaftsgefühl geübt.

Für die Durchführung des „Klassenrates“ gibt es unterschiedliche Verfahren. Allen Vorgehensweisen gemeinsam ist jedoch, dass der Ablauf stets strukturiert ist und dass im Vorfeld klare Gesprächsregeln und Rollenverteilungen abgesprochen werden.

 

So werden von der Gruppe zum Beispiel Gesprächsleiter, Themenwächter, Klimawächter und Zeitwächter bestimmt. Unter Umständen werden auch Schüler zur Führung einer Rednerliste bzw. eines Protokolls benannt.

  • Der Gesprächsleiter moderiert die Diskussion. Er fasst Zwischenergebnisse zusammen und führt ggf. einen Beschluss durch Abstimmung herbei. Er eröffnet und beendet die Sitzung.
  • Der Themenwächter achtet darauf, dass alle Gesprächsteilnehmer bei der Sache bleiben.
  • Der Klimawächter insistiert, sobald der Ton unsachlich oder unfreundlich wird, ein Redner unterbrochen oder ein Beitrag von einem Mitschüler kommentiert wird.
  • Der Zeitwächter trägt dafür Sorge, dass die einzelnen Redebeiträge nicht zu lang werden und der gesamte zeitliche Rahmen im Auge behalten wird.
  • Der Führer der Rednerliste notiert die Abfolge der gemeldeten Redebeiträge und
  • der Protokollant hält wesentliche Zwischenergebnisse bzw. Vereinbarungen fest.

 

Für den „Klassenrat“ gelten folgende Gesprächsregeln:

  • Alle Teilnehmer des Klassenrates sind gleichberechtigt.
  • Jeder Sprecher formuliert in sogenannten „Ich – Botschaften“.
  • Er spricht in ganzen Sätzen.
  • Kein Mitschüler unterbricht einen Redner.
  • Kein Mitschüler kommentiert einen Redebeitrag.
  • Alle Schüler haben Blickkontakt zueinander (es empfiehlt sich daher das Sitzen im Stuhlkreis).

 

Für den „Klassenrat“ ist folgende Struktur denkbar:

  • Sammeln der anstehenden Themen (Klassenlehrer oder Klassensprecher, u. U. bereits vor der Sitzung)
  • Festlegung des zu erörternden Themas für die anstehende Sitzung (alle gemeinsam)
  • Festlegen der Rollen für die anstehende Sitzung (alle gemeinsam)
  • Einstieg in das Thema: Darlegung des Sachverhalte (klare Benennung der Fragestellung, des Problems, des Anliegens, des Wunsches, herausarbeiten des Problems)
  • Erörtern des Problems
  • Unterbreiten von Lösungsvorschlägen
  • Erörtern der Vorschläge im Hinblick auf deren Zielführung
  • Entscheidung, ggf. Vereinbarungen bezüglich des weiteren Vorgehens, Festhalten von Zwischenschritten, wer übernimmt welche Aufgaben?, Termin für Wiederaufgreifen des Themas o.ä.

Der Klassenlehrer führt den „Klassenrat“ in seiner Klasse zunächst ein. Er macht die Schüler mit dem Verfahren vertraut und erklärt die Regeln. Er trägt Sorge, dass Struktur und Ordnungsrahmen des Klassenrates eingehalten werden.