Busbegleiter

Wer ist Busbegleiter? Und was macht ein Busbegleiter?

Busbegleiter sind Schülerinnen und Schüler, die sich ehrenamtlich in öffentlichen Verkehrsmitteln dafür einsetzen, dass der Schulweg ihrer Mitschüler angenehmer wird.

Zu den Aufgaben der ausgebildeten Busbegleiter gehören:

  • Konflikte zwischen den Mitschülern schlichten,
  • durch eigenes Vorbild zu verkehrsicherem Verhalten anleiten,
  • Missbrauch der Notfalleinrichtungen verhindern,
  • Sachbeschädigungen zu verhindern.

 Busbegleiter sind keine „Sheriffs“, die einen Konflikt mit Körperkraft oder Wortgewalt lösen. Im Gegenteil, sie sollen in der Lage sein, in Konfliktsituationen den Grad der Gefahr richtig einzuschätzen und der Situation entsprechend reagieren.
Busbegleiter können nicht überall sein, aber da, wo sie sind, helfen sie.

Wieso sind Busbegleiter im Einsatz? 

Busse und Bahnen, öffentliche Verkehrsmittel allgemein, sind im Leben vieler unserer SchülerInnen sehr wichtig, sie sind täglicher Bestandteil ihres sozialen Lebens und nicht nur allein ein Beförderungsmittel.
Zurzeit haben mehr als 1800 SchülerInnen aus Meerbusch ein ermäßigtes Schokoticket für den ÖPNV. Darüber hinaus eine Vielzahl von Selbstzahlern, die keine Fahrkostenerstattung seitens der Stadt erhalten.

Die Probleme, die sich entwickeln, sind den Eltern, Schülern, Schulen, Verkehrsunternehmen und Schulträgern bekannt:

  • „überfüllte Busse“,
  • Drängeleien und Raufereien in den Fahrzeugen und
  • Konflikte zwischen den Schülern und Busfahrern, aber auch
  • Sachbeschädigungen in den Transportmitteln.

Wie wird das Projekt durchgeführt?

Ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Schulen, der Rheinbahn, der Polizei, dem Stadtelternrat und der Stadtverwaltung hat sich mit der Problematik auseinander gesetzt und beginnend mit dem Schuljahr 2001/2002 mit der Umsetzung in Meerbusch begonnen.

 Alle weiterführenden Meerbuscher Schulen arbeiten bei diesem Projekt zusammen und jede Schule wählt in jedem Schuljahr aus dem jeweiligen 8. Jahrgang ihre künftigen Busbegleiter aus.

Die Kandidaten erhalten anschließend eine Ausbildung, die etwa 12 Stunden (2 Schultage) dauert. An diesen zwei Tagen werden praktische Übungen zum eigenen Verhalten in Konfliktsituationen und Möglichkeiten des eigenen Handelns aufgezeigt. In Rollenspielen arbeiten die SchülerInnen daran zu erkennen, wo eigene Grenzen liegen oder Handlungsspielräume sich eröffnen. Diese Ausbildungsabschnitte werden von einer pädagogischen Mitarbeiterin der Rheinbahn und der örtlichen Polizei übernommen.

Die Busbegleiter sollen wenn möglich im Team (mindestens zwei SchülerInnen) auftreten. Probleme sollen nach Möglichkeit sofort gelöst werden. Ist dies in besonderen Fällen nicht möglich, steht in der Schule ein Lehrer als ständiger Ansprechpartner zur Unterstützung bereit.

Auf Vorschlag aus den Reihen der Busbegleiter, wird einmal im Jahr eine Weiterbildung in Form eines „Auffrischungskurses“ durchgeführt. Zum Austausch finden überdies regelmäßig Treffen aller Busbegleiter der jeweiligen Schule statt.

 Erreichte Verbesserungen:

  • Unfälle im Zusammenhang mit der Nutzung des ÖPNV haben deutlich abgenommen,
  • die Zufriedenheit der Schüler in den Bussen hat zugenommen,
  • Beschädigungen und Verschmutzungen der Fahrzeuge haben deutlich abgenommen.

Seit mehreren Jahren hat es keine schwerwiegenden Unfälle bei der Schülerbeförderung mit dem ÖPNV gegeben!
Daher ist eine zeitliche Beschränkung des Projekts nicht gewünscht. Das gesamte Projekt ist als Dauereinrichtung ausgelegt.

Was umfasst das „gesamte Projekt“?

Die Gesamtkonzeption sieht vor, Schulkinder zunächst hinsichtlich Benutzung von Bussen und Bahnen umfassend zu schulen.
Im ersten Schritt erhalten Schulkinder nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule einen Ausbildungstag in der so genannten Busschule.
Jeweils im Klassenverband wird das Verhalten an Haltestellen und im Fahrzeug geübt. Die SchülerInnen werden an diesem Tag von einer Pädagogin der Rheinbahn und dem für die Verkehrserziehung zuständigen Polizeibeamten geschult. Neben besonderen Veranschaulichungen (z. B. Folgen bei einer Vollbremsung ohne ausreichenden Halt, u.a.) runden insbesondere Rollenspiele zum Thema Gewaltprävention (helfen statt wegschauen usw.) den Ausbildungstag ab.
Aber auch ganz klassische Aufgaben wie das Lösen und Entwerten von Fahrscheinen, das Auswerten und Verknüpfen von Fahrplänen und Lage und Funktion der Notfalleinrichtungen werden altersgerecht vermittelt.

Die Busschule findet zeitnah zur Einschulung der Schulkinder statt, die MMGE bietet darüber hinaus den neuen SchülerInnen an, sie mit der Unterstützung der amtierenden Busbegleiter an ihren ersten drei Schultagen zum Bus zu begleiten. Auf diesem Weg lernen die neuen SchülerInnen direkt die Busbegleiter „ihres“ Schulwegs kennen.

Im nächsten Schritt sollen ältere Jugendliche selbst Verantwortung für sich und ihre Mitschüler übernehmen. Alle Schülerinnen und Schüler aus den 7er Klassen erhalten ein Gewaltpräventionstraining. Diese Ausbildung verdeutlicht den Schülerinnen und Schülern, wie Gewalt entsteht, sie vermittelt Grundlagen der Körpersprache und zeigt in Rollenspielen auf, wie konfliktträchtige Situationen eskalieren oder vermieden werden können.

Dann erfolgt die bereits beschriebene Ausbildung der Busbegleiter in Jahrgang 8.