Partizipation

Schülerpartizipation

Partizipation bedeutet, sich an der Gestaltung der eigenen Lebenswelt zu beteiligen. Die Ganztagsschule prägt die Lebenswelt ihrer Schüler und fühlt sich in besonderem Maße verpflichtet, diese bei Entscheidungen, die das Zusammenleben dort betreffen, zu beteiligen. Schon lange geschieht das in Form einer Interessenvertretung, der SV (Schülervertretung). Intensiviert wird das demokratische Miteinander durch regelmäßige Sitzungen der Klassenräte, die z. B. über Gestaltung und Organisation des Lernens und Zusammenlebens in Klasse und Schule, über aktuelle Probleme und Konflikte, über gemeinsame Planungen und Aktivitäten beraten, Absprachen treffen und abstimmen. Unsere Schule hat sich zum Ziel gesetzt, Partizipation zu erweitern und zu fördern. Unsere Schüler erhalten immer mehr Möglichkeiten der freiwilligen Beteiligung an der Entwicklung des Schullebens wie auch des Unterrichts.

Im Rahmen einer Ideensammlung für die Umgestaltung unseres Schulhofes eröffnete sich im letzten Schuljahr für die Schüler aller Jahrgangsstufen die Möglichkeit der Teilnahme an der „AG Schulhofgestaltung“. Unter der Leitung des Landschaftsarchitekten Herrn Hähnel entwickelten die Teilnehmer Planungsideen und Entwürfe für eine Schulhofumgestaltung, die in einem Modell realisiert wurden. Die Ergebnisse und Lösungsvorschläge sollen jetzt den entsprechenden Gremien zur Abstimmung vorgestellt werden. Die aktive Beteiligung an der Konzeption einer Schulhofumgestaltung bietet den Teilnehmern der zur Interessengemeinschaft umfunktionierten Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Herrn Elmpt den Erwerb von Mitgestaltungs- und Handlungskompetenzen. So lernen sie z. B. systematisch zu handeln, Öffentlichkeit herzustellen, eigene Interessen, Meinungen und Ziele zu entwickeln und zu verteidigen, Interessen in Entscheidungsprozesse einzubringen, die Perspektive anderer zu übernehmen, Vorstellungen und Ziele auszuhandeln und miteinander zu kooperieren.

Drei weitere Formen aktiver Schülerpartizipation an unserer Schule seien noch kurz beschrieben: Einige Jahre schon arbeiten Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 in der Teestube, organisieren den Ablauf, bedienen ihre Mitschüler in der Mittagspause, gönnen sich den jährlichen Betriebsausflug und verwalten die Finanzen. – Die Außenspielausleihe wird betreut von 15 Jungen und Mädchen der Jahrgangsstufen 6 bis 9. In regelmäßigen Abständen werden Arbeitspläne besprochen, Ausleihbedingungen festgelegt, bei auftauchenden Problemen nach Lösungen gesucht. – Seit kurzem treffen sich Schüler der SI und SII, die sich zu einem „SV Mensaausschuss“ zusammengeschlossen haben, um mit Frau Sondermann als Leiterin des Kiosks und Herrn Hänsch als Küchenchef Einfluss zu nehmen auf ein schülergerechtes Angebot und dessen Vermarktung.

Immer da, wo Schüler in die Planung, Gestaltung und Reflexion von schulischen Prozessen umfassend mit einbezogen und nicht als passive Objekte ihres Lernprozesses angesehen werden, bietet Schule eine Bewährung im Schonraum an, durch Erfahrungen zu lernen, an Entscheidungen teilzuhaben und Mitverantwortung zu tragen.

Roman Christgau