Bericht zur Märchen-Aufführung „Der Meisterdieb“: „Theater hintenlinks“ aus Krefeld für den Jahrgang 5, am Montag, 08.04.2019

Nach Jahren der Ausübung seines Handwerks in der ganzen Welt kehrt der Meisterdieb als reicher Mann in seine Heimat zurück, gibt sich seinen Eltern zu erkennen und spricht auch beim Grafen im Schloss, seinem Paten, vor. Als er diesem erläutert, womit er seinen Unterhalt verdient, will der Graf ihn zunächst hängen lassen, gibt ihm aber dann die Möglichkeit, der Strafe zu entgehen, indem er drei Aufgaben löst, mit denen er sein meisterhaftes Können unter Beweis stellen kann: So soll er das beste, von Soldaten bewachte, Pferd aus dem Stall des Grafen entführen, dem Grafen und der Gräfin das Bettlaken sowie der Gräfin den Trauring vom Finger stehlen und den Pfarrer und den Küster aus der Kirche verschwinden lassen.

Anuschka Gutowski erzählt das spannende grimmsche Märchen „Der Meisterdieb“ seit vielen Jahren. Am 8. April trug sie es für den fünften Jahrgang unserer Schule mit lebendiger Gestik und Mimik und sparsamen Mitteln der Inszenierung (einer Kiste, die als „Vorhang“ und zugleich als „Erzählsitz“ dient, einer Leiter, einer Mütze und einer Kerze) vor. Im Mittelpunkt stand tatsächlich das Erzählen, das Frau Gutkowski in sprachlich geschickter und schöner Gestaltung ganz in den Dienst der Interpretation des Märchens stellte. Und die Fünftklässler reagierten auf das Erzählschauspiel mit Aufmerksamkeit, Konzentration und vor allem mit Freude an der Geschichte. Nach der Darbietung beantwortete Frau Gutkowski die z. T. durchaus persönlichen Fragen der Kinder geduldig und humorvoll. Zurück bleibt der Eindruck, dass die vielleicht älteste Form der Bildung – das gestaltete Erzählen – den aufwendig „modernen“ Formen des Lernens merkwürdig überlegen ist. Mindestens aber scheint das Erzählen für die heutige Kindergeneration nicht nur möglich, sondern auch besonders geeignet zu sein.

Wir danken Frau Gutkowski für die aufregende und so schöne Darbietung!

Yves Hellmuth